Donnerstag, 16. März 2017

[Rezension] Die Gästeliste - Sanne Averbeck




# von außen #

Klappentext:
Die Welt ist ein Dorf und Facebook sein schwarzes Brett
Carola Martins hat die Menschen und sozialen Netzwerke fest im Griff. Regelmäßig veranstaltet sie Partys, zu denen sie wichtige Persönlichkeiten einlädt, und erschleicht sich subtil Vorteile. Ihrer Karriere im Rampenlicht scheint nichts mehr im Weg zu stehen. Doch gerade, als sie den bedeutendsten Erfolgen entgegensieht, werden Menschen aus ihrem Bekanntenkreis brutal ermordet. Alles deutet auf Carola als Täterin hin. Offenbar will jemand ihr Leben vollkommen zerstören. Um das zu verhindern, muss sie ihren kostbarsten Besitz aus der Hand geben: die Gästeliste!

# von innen #

# erster Satz #
Bianca, du bist wie immer meine Rettung!“

Die modernen Medien ermöglichen das Leben im Rampenlicht schnell: der kleine Spot des eigenen YouTube-Channels, der Held des Facebookuniversums, die magischen Followerzahlen und 1000de Herzen auf Instagram und schon ist man ein „Star“. Für Carola ist Facebook nicht nur ein Zeitvertreib, sondern ihr Job. Carola lebt ein, von Social Media finanziertes, Leben. Sie stellt Produkte vor und zeigt ihren Followern ihr extravagantes Leben in Hamburg: Partys mit den neusten Designerkleidern, prominenten Gästen und einer skandalfreien, herzlichen Gastgeberin, Carola. Um sie herum tummeln sich viele, die sich in ihrem Fahrwasser mittreiben lassen und auf ein wenig abfärbenden Ruhm hoffen, aber auch alte Freunde sind dabei, wie Bianca, die schon viele Jahre an ihrer Seite, aber lieber im Schatten, steht.
Der Erfolg fliegt Carola nicht nur durch Zufall zu. Geschickt streut sie Gerüchte über Konkurrenten und steht am Ende immer mit einer weißen Weste da. Eine große Hilfe ist ihr dabei die ominöse „Gästeliste“. Eine Liste über jeden Gast, der je auf einer ihrer Partys war, gespickt mit delikaten Geheimnissen. Dieses Spiel beherrscht Carola. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt an dem nach und nach Menschen in ihrer Umgebung verletzt und getötet werden…Wer hat Carola im Visier?

# Zitat #
Carola war da trotz ihrer großen Worte keine Ausnahme. So gern sie auch mit ihr befreundet war, vergaß sie nie, dass Carola nichts ohne Berechnung tat.

Facebook kennt jeder. Freunde, Bekannte und Verwandte tummeln sich in der Freundesliste und bescheren mal lustige, allzu oft peinliche oder auch wütende Momente. Aber die digitale Welt in unserer realen Welt, kann auch schnell negative Auswüchse generieren. Steckt hinter dem verschwommenen Foto und dem merkwürdigen Namen wirklich die Person, die man erwartet?
Diese Gedanken gehen mir seit dem Lesen von „Die Gästeliste“ nicht selten durch den Kopf.
Ich habe – wie so häufig – den Klappentext nicht gelesen und konnte mich so ganz auf die Geschichte einlassen ohne auf ein besonderes Ereignis zu warten. Der Einstieg in „Die Gästeliste“ ist zunächst harmlos. Es geht um Partys, um Klatsch und Tratsch. Der langsame Aufbau der Spannung ist gelungen. Man wartet was passieren mag und huscht von Seite zu Seite. Sanne Averbeck weiß was sie tut und das macht sie sehr gut! Immer wieder führt sie den Leser an der Nase herum. Wie oft musste ich im Kopf meinen aktuellen Verdächtigen austauschen, streichen, wieder neu einsetzen. Motive wurden gesucht, gefunden und wieder ganz verworfen. Dazu Charaktere, die es einem nicht leicht machen. Carola ist nicht das klassische Opfer. Sie ist selbstsüchtig, dennoch verspürt man Mitleid mit ihr - zumindest so lang, bis sie wieder etwas unangebrachtes denkt....
Spannung und Überraschungseffekte – das macht einen guten bzw. sehr guten Thriller aus! Beides hatte ich hier am laufenden Band!
Die Autorin traut sich anders zu sein und das ist gut so!
Die Gästeliste“ sticht heraus aus der großen Masse der Ermittlerthriller und konnte mich sehr gut unterhalten.
Am Ende bleibt für mich zu sagen:
Ich kenne nur die rosa-flauschige Version von Facebook und das reicht mir vollkommen!
Und natürlich: Absolute Leseempfehlung!

Danke an das LYX Team für das Rezensionsexemplar, es hat mir viele spannende Lesestunden beschert!




(Quelle: Klappentext, Cover: www.luebbe.de)

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